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07.12.2011

SZ - Landkreisausgabe Fürstenfeldbruck

Tapfere Kämpferin

Es gibt auch Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, obwohl sie nach Jahren des Leidens und Kämpfens den Durchbruch geschafft und ihren Platz im Leben gefunden haben. Auf eine solche kleine Erfolgsgeschichte kann Anna M. zurück blicken. Sie hat zum ersten Mal in ihrem Leben einen richtigen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden und sie konnte, ebenfalls zum ersten Mal, eine eigene Wohnung beziehen und somit auf eigenen Beinen stehen.



Das Einkommen, das die 31 Jahre alten Frau aus ihrer Teilzeitbeschäftigung mit an Demenz erkrankten Senioren bezieht, ist allerdings so niedrig, dass sie bei der Einrichtung ihrer Wohnung, die überwiegend aus gebrauchten Möbeln besteht, vom Adventskalender unterstützt werden soll.
Anna war bereits als Kind traumatisiert. Sie brauchte deshalb schon früh professionelle Hilfe in sonderpädagogischen stationären Einrichtungen. Ihre Angststörungen und Depressionen führten zu wiederholten Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken. Als die Heranwachsende versuchte, trotz ihrer Krankheit eine Ausbildung in der Hauswirtschaft und danach im Gartenbau zu machen, scheiterte sie. Anna gab aber nicht auf. Sie versuchte, als sie sich stabilisiert hatte, in der ambulanten Pflege auf dem zweiten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Sie liebte diese Arbeit, auch weil sie von ihren Vorgesetzte und Patienten anerkannt wurde, was ihr Selbstbewusstsein stärkte. Wegen eines Rückenleidens – attestiert wurden 50 Prozent Schwerbehinderung – musste sie kündigen und wurde arbeitslos. Die junge Frau ließ sich jedoch nicht entmutigen und nahm eine Chance wahr, die sich ihr bei einem Ein-Euro-Job bot. Sie erhielt die Möglichkeit, an Demenz erkrankte Senioren zu betreuen. Auch in dieser Beschäftigung fand sie die Erfüllung eines Lebenstraumes. Aufgrund der positiven Rückmeldungen von Annas Betreuerin ermöglichte ihr das Jobcenter eine Qualifikation in diesem Arbeitsbereich. Nach dem erfolgreichen Abschluss fand die 31-Jährige als Alltagsbetreuerin in Teilzeit ihre erste Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Für Annas Betreuerin vom Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas ist dieser Erfolg kein Zufall. Sie sagt, Anna habe nach einem schwierigen Start ihr Ziel erreicht – und zwar, weil sie tapfer und zeilstrebig alle Schwierigkeiten bewältigte und damit auch einen Halt fand.

(SZ vom 07.12.11)