Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Viel hätte nicht gefehlt, und Lauritia P. (Name geändert) wäre mit ihrer vierjährigen Tochter in einer Notunterkunft für Obdachlose gelandet. „Plötzlich
stand ich mit dem Kind, aber ohne Wohnung da“, erzählt die junge Frau in
sachlichem Ton.
Dann berichtet die patent wirkende 29-Jährige, wie es zu dieser existenzgefährdenden Situation gekommen ist. Im Sommer hatte sie selbst ihren Lebensgefährten und die gemeinsame kleine Tochter verlassen. „Weil er ein Verhältnis mit einer anderen hatte.“ Bei Freunden und Bekannten ist sie tageweise untergeschlüpft. Doch kurz darauf war der schwer suchtkranke Lebensgefährte verschwunden, die kleine Jennifer hatte er in der Obhut von Lauritia P. zurück gelassen. Die Wohnung der Familie aber, in der Mutter und Kind nun gerne weiter gelebt hätten, „die war weg“. Denn den Mietvertrag, der nur auf seinen Namen lautete, hatte der Mann noch form- und fristgerecht gekündigt, bevor er sich aus dem Staub machte.
Allein mit Kind aber ohne Wohnung – nur mit Unterstützung von Jugendamt und Krisendienst der Familienhilfe bekam die alleinerziehende Mutter diese Situation in den Griff. Ohne eigenes Einkommen konnte die gelernte Friseurin, die ihren Beruf wegen einer Allergie nicht mehr ausübt, zunächst keine Unterkunft finden. Jetzt, wo ihre Kleine in einer Kita betreut wird, plant die junge Frau eine Ausbildung, um finanziell wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Noch aber ist sie auf staatliche Leistungen angewiesen und Hartz-IV-Empfänger haben auf dem heftig umkämpften Wohnungsmarkt schlechte Karten.
Obdachlosigkeit drohte. Mit Kind in einer Notunterkunft zu landen, das wollte Lauritia P. unbedingt vermeiden. „Das wäre keine gute Umgebung für ein Kind.“ Mit Unterstützung der Familienhilfe hat die Mutter jetzt aber doch noch eine Mietwohnung ergattert. Die junge Frau freut sich über ihre „eigenen vier Wände“. Nun muss sie irgendwie die Mietkaution auftreiben. Praktische Hilfe erhält sie von der Familie des Lebensgefährten. „Oma und Opa“, wie sie die Schwiegereltern nennt, „unterstützen mich, sind immer für mich und die Kleine da“. Doch mit Geld können die alten Leute nicht helfen, sie haben selbst gerade genug zum Leben. Möbel hat die alleinerziehende Mutter aus einer Haushaltsauflösung geschenkt bekommen. „Ein Glücksfall, viele schöne Sachen“, erzählt Lauritia P. Aber für Waschmaschine, Kühlschrank und funktionsfähigen Herd fehlt das Geld.
(SZ vom 29.11.11)